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BANGKOKS ARME STADTTEILE VERSINKEN

16. April 2023
Themen:Naturkatastrophen
Von:Hanan Zaffar
In:Thailand

Überschwemmungen in Bangkok beschädigen immer wieder wichtige Infrastrukturen und ziehen das Leben Tausender von Einwohnern in Mitleidenschaft. Aufgrund ihrer mangelhaften Stadtplanung ist die thailändische Hauptstadt, in der mehr als 11 Millionen Menschen leben, sehr anfällig für Überschwemmungen, von denen insbesondere ärmere Viertel betroffen sind.

Bereits in einem Bericht des thailändischen Nationalen Reformrats aus dem Jahr 2015 wird davor gewarnt, dass Bangkok in weniger als 15 Jahren überflutet sein könnte, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden.

Bangkok liegt in einem Delta, in dem mehrere Flüsse zusammenfließen, bevor sie in den Golf von Thailand münden. Die Stadt hat eine rasche Verstädterung erlebt, bei der das einst sumpfige Gelände mit Beton gepflastert, Hochhäuser gebaut und das Grundwasser unter der Oberfläche der Stadt für den menschlichen und industriellen Gebrauch massenhaft entnommen wurde. Diese Veränderungen haben zwar zur Modernisierung der Stadt beigetragen, aber sie haben auch dazu geführt, dass die Stadt jedes Jahr um etwa zwei Zentimeter sinkt.

Ein großer Teil der Bevölkerung Bangkoks lebt in Armut in den Slums der Stadt, wo instabile Häuser den häufig auftretenden Überschwemmungen ausgeliefert sind. Wenn der Wasserstand steigt, verlassen die Bewohner entweder ihre Häuser oder ziehen in höher gelegene Gebiete und kehren in die überschwemmten Häuser zurück, sobald das Wasser zurückgeht.

Die dichte Betonschicht, die zur Urbanisierung der Stadt und zur Verbesserung ihrer Infrastruktur errichtet wurde, hat die Auswirkungen der Überschwemmungen noch verschlimmert. Da die Stadt mit Straßen, Kanälen, Tunneln und Abwasserkanälen überzogen ist, hat das Hochwasser, das normalerweise in Feuchtgebieten versickern oder die Grundwasserleiter wieder auffüllen sollte, keine Möglichkeit, abzufließen. Die Folge ist ein Rückgang des Grundwassers und rauschende Überschwemmungen in der Stadt.

Wie anderswo auch, wenden sich die meisten Armen in dem südostasiatischen Land in der Hoffnung auf bessere Chancen der Hauptstadt zu. Aufgrund der hohen Kosten für bessere Unterkünfte leben sie jedoch in stark unterentwickelten Gebieten. Diese Viertel sind nicht für die unvermeidlichen Überschwemmungen ausgelegt und daher nicht in der Lage, die Bewohner vor dem steigenden Wasser zu schützen. Da die durch den Klimawandel verursachten Starkregenereignisse die Flüsse weiter überschwemmen, leidet die arme Bevölkerung des Landes mit ihren schwach gebauten Unterkünften am meisten darunter.

Als Reaktion auf die wiederkehrenden Überschwemmungen in Bangkok hat die Regierung Maßnahmen zur Umsiedlung der Slumbewohner in sicherere Gebiete ergriffen. In einem Fall wurde eine illegale Siedlung abgerissen, und die Bewohner wurden in ein besser geplantes Gebiet umgesiedelt, das von den Kanälen, die bei Überschwemmungen überlaufen, weiter entfernt ist.

Die hohen Kosten der Umsiedlung und die Bedenken der betroffenen Menschen, umzuziehen, sind die größten Hindernisse für Fortschritte. Noch immer gibt viele Anwohner, die umgesiedelt werden müssen. Expert:innen warnen, dass den Behörden die Zeit davonläuft, sich mit diesem Problem zu befassen.

Artikel geschrieben von:
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Hanan Zaffar
Autor:in
Thailand
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